Zeit der DDR 1946–1989

Die Wilhelmstraße – Geschichte des Berliner Regierungsviertels

Als die Machthaber der Deutschen Demokratischen Republik im August 1961 Berlin durch Mauer und Stacheldraht teilten, liegt die Wilhelmstraße in unmittelbarer Nähe der Grenzanlagen. Vom Pariser Platz und Brandenburger Tor bis zum damaligen “Haus der Ministerien” (früher Reichsluftfahrtministerium, heute Finanzministerium) verläuft sie im Abstand von rund 200 Metern parallel zur Mauer.

30. November 1949

Umbenennung des Wilhelmplatzes

Feierliche Umbenennung des Wilhelmplatzes in Berlin in „Thälmann-Platz“
Bundesarchiv, Bild 183-S90477 / Fotograf: Rudolph; Lizenz CC-BY-SA 3.0

1949 wird der Wilhelmplatz seitens der Regierung der DDR von Oberbürgermeister Ebert in „Thaelmannplatz“ umbenannt. Walter Ulbricht erklärt in seiner Rede am 30. November 1949, aus dem nach einem „Kriegshetzer“ benannten Platz sei ein Symbol eines friedliebenden, aufbauenden Berlins geworden.

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1951

terrain vague

Sämtliche Ruinen werden bis 1951 abgetragen. Die wenigen, durch Bomben nicht zerstörten Gebäude an der Wilhelmstraße werden von neu entstehenden Verwaltungen genutzt – und stehen auf einem sonst leerem Gelände.
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17. Juni 1953

17. Juni 1953

Großbetriebe, Handwerksbetriebe und Einzelhandelsunternehmen beteiligen sich an der Protest- und Streikbewegung. Die Forderungen der Protestierenden lauten: 1. Auszahlung der Löhne bei der nächsten Lohnzahlung bereits wieder nach den alten Normen; 2. sofortige Senkung der Lebenshaltungskosten; 3. freie und geheime Wahlen; 4. keine Maßregelungen von Streikenden und Streiksprechern. Demonstrationszüge aus allen Stadtbezirken ziehen von der Stalinallee zum Haus der Ministerien in die Leipziger Straße. Ab 11.30 lösen sowjetische Panzer die Kundgebungen blutig auf: 50 Tote, Hunderte Schwerverletzte, Tausende verurteilt zu Haftstrafen.
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17. Jubi 1953

Nachdrückliche Forderungen

Leipziger Straße, Ecke Wilhelmstraße: Demonstration von Bauarbeitern
Bundesarchiv, Bild 146-2003-0031 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0, © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

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17. Juni 1953

Blutiges Ende

17. Juni 1953
Von der sowjetischen Besatzungsmacht eingesetzte Panzer zur Niederschlagung der Unruhen in der Schützenstraße, Berlin.
Bundesarchiv, B 145 Bild-F005191-0040 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0, © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

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17. Juni 1953

Wiederherstellung der alten Verhältnisse

17. Juni 1953
Immer wieder bringt die Berliner Bevölkerung den Angehörigen der Sowjetischen Armee ihren Dank für das überlegte Eingreifen am 17.6.1953, dem Tag der faschistischen Provokation, zum Ausdruck.
Bundesarchiv, Bild 183-20153-0001 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0, © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

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1951–1958

Wiederaufbau des schwer beschädigten Brandenburger Tores

Das letzte Pferd der Quadriga wird auf das Tor gehoben
27. September 1958: Das letzte Pferd der Quadriga wird auf das Tor gehoben
Bundesarchiv, Bild 183-58697-0001 / Fotograf: Horst Sturm; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Sieben Jahre dauert die Restaurierung des Brandenburger Tor und kostet die DDR ca. 2 Millionen Mark. Preußenadler und Eisernes Kreuz werden auf Anweisung der Regierung entfernt. Am 22. September 1958 wird die restaurierte Quadriga auf ihren Platz zurückgestellt.

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Bau der Mauer

Als am 13. August 1961 die Mauer gebaut wird, teilt sie für 28 Jahre als „antifaschistischer Schutzwall“ nicht nur Deutschland, sondern auch Berlin. Die bis dahin in der Mitte Berlins gelegene Wilhelmstraße rückt jetzt an den äußersten westlichen Rand des Ost-Berliner Zentrums. Mauer und Todesstreifen bestimmen jetzt das Bild, das Areal wird zum Niemandsland.
ab 1961

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“

Berliner Mauer am Potsdamer Platz, Blick in die Stresemannstraße, 24. Februar 1973
Fotograf: Willy Pragher; Lizenz CC BY 3.0, via Wikimedia Commons Foto Pragher

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ab 1961

Mauerverlauf

Fotoband an der Hessischen Botschaft/Ebertstraße: Grafik des Mauerverlaufs
© Marlen Wagner

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ab 1961

Seitenblicke

Berliner Mauer am Potsdamer Platz und an der Potsdamer Straße, 8. Juni 1965
Fotograf: Willy Pragher; Lizenz CC BY 3.0, via Wikimedia Commons Foto Pragher

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1964

Wilhelmstraße wird „Otto-Grotewohl-Straße“

Berlin, Gedenktafel Otto Grotewohl
Bundesarchiv, Bild 183-1988-1006-017 / Fotograf: Klaus Oberst; Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Im September 1964 wird die Wilhelmstraße in „Otto-Grotewohl-Straße“ umbenannt, zu Ehren Otto Grotewohls (1894–1964), des jüngst verstorbenen Ministerpräsidenten der Deutschen Demokratischen Republik.

Gedenktafel am Haus des Institutes für Marxismus-Leninismus. Das am 6.10.1988 enthüllte Bronzerelief schuf die Berliner Bildhauerin Karla Gänßler.

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1974

Anerkennung der DDR

Nach der internationalen Anerkennung der DDR siedeln sich ausländische Botschaften auf dem leeren historischen Gelände an: 1975 die der Demokratischen Volksrepublik Korea, 1978 die der ČSSR.
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1974-1978

Botschaft der Tschechoslowakei

Botschaft der Tschechischen Republik, Berlin
Botschaft der Tschechischen Republik, Berlin
© Marlen Wagner

Auf der oberflächlich leeren Fläche zwischen dem ehemaligen Neubau der Reichskanzlei und einem des zerstörten Hotels Kaiserhofs, entsteht in den Jahren 1974 bis 1978 die Botschaft der ČSSR. Während der Bauarbeiten wird der zweigeschossige Bunker des ehemaligen Hotels entdeckt. Von diesem Bunker aus leitete Goebbels die Aufräumarbeiten nach der „Luftschlacht um Berlin“ im November 1943.

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1976

Palast der Republik

Palast der Republik
Palast der Republik
Bundesarchiv, Bild 183-1986-0424-304 / Fotograf: Peter Heinz Junge; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Zwischen 1973 und 1976 wird das Gebäude nach Plänen Heinz Graffunders und anderen auf einem 15.300 Quadratmeter großen Teil des Geländes des ehemaligen Berliner Stadtschlosses an der Spreeseite des Marx-Engels-Platzes errichtet. Hier finden alle fünf Jahre die Parteitage der SED statt, hier hat die Volkskammer der DDR ihren Sitz.

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1984

Gestaltungs- und Bebauungsplan für Berlin

1984 fasst der Ministerrat der DDR den Beschluss, dass die Gestaltung und Bebauung der Innenstadt der Hauptstadt der DDR, Berlin, bis 1989 abzuschließen sei. Neue Wohnbereiche mit Platz für Handel, Gastronomie und Dienstleistung in den Erdgeschossen entstehen, Grünflächen als wohnungsnahe Erholungsgebiete für die Bewohner sollen angelegt werden.

An der Otto-Grotewohl-Straße entsteht das Plattenbau-Ensemble in WBS 70 Plattenbauweise.

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