Weimarer Republik 1918–1933

Die Wilhelmstraße – Geschichte des Berliner Regierungsviertels

Ins Areal der Wilhelmstraße ziehen weitere Regierungsbehörden ein. Die Zeit der Weimarer Republik ist primär von Plänen eines architektonischen und städtebaulichen Neubeginns nach dem ersten Weltkrieg geprägt. Viele der Pläne werden auf Grund ihrer Radikalität jedoch nicht umgesetzt. Einziger Neubau dieser Epoche ist der Erweiterungsbau der Reichskanzlei.

9. Novembers 1918

Ausrufung der Republik

Ausrufung der Republik
Scheidemann am Fenster der Reichskanzlei
Bundesarchiv, Bild 175-01448 / Fotograf: Unbekannt;  Lizenz CC-BY-SA 3.0

Am Abend des 9. Novembers 1918 wird die Weimarer Republik (1918–1933) gleich zweimal ausgerufen: durch den SPD-Politiker Philipp Scheidemann und durch den Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht.„Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt. Das alte Morsche ist zusammengebrochen; der Militarismus ist erledigt! Die Hohenzollern haben abgedankt! Es lebe die deutsche Republik!“ (Philipp Scheidemann)

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Weimarer Republik
Dezember 1918

Liebknecht spricht im Tiergarten

Liebknecht während einer Ansprache
Dezember 1918, Kundgebung im Tiergarten, Liebknecht während einer Ansprache
Bundesarchiv, Bild B 145 Bild-P046271 / Fotograf: Carl Weinrother; Lizenz CC-BY-SA 3.0

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Weimarer Republik
15. Januar 1919

Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts

Flugblatt der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD)
Bundesarchiv, B 145 Bild-P046276 / Fotograf: Carl Weinrother; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Seit 1916 stehen Liebknecht und Luxemburg an der Spitze der „Spartakusgruppe“, anfänglich an die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) angeschlossen. Die Enttäuschung über die politische Entwicklung nach dem Sturz des Kaisers führt am 5. Januar 1919 zum „Spartakusaufstand“, der durch Regierungstruppen unter Führung der alten Offiziere blutig zerschlagen wird. Luxemburg und Liebknecht werden verhaftet, verhört, gefoltert. Bei der Überführung in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit werden sie von Mitgliedern der Gardekavallerie-Schützendivision erschossen. Die Mörder erhalten nach dem Prozess im Mai 1919 nur geringe Freiheitsstrafen.

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Weimarer Republik
1919

Wilhelmstraße 79/80 und Voßstraße 34/35

Deutsche Reichsbahngesellschaft Voßstraße 33
Das Gebäude der alten Reichsbahngesellschaft in der Voßstraße 33
© Marlen Wagner

Ab 1919 wird das Gelände der Wilhelmstraße 79/80 und der Voßstraße 34/35 vom Reichsverkehrsministerium genutzt. In der Voßstraße befindet sich der Hauptsitz der Mitropa, die 1916–2002 den Betrieb von Schlaf- und Speisewagen, die Versorgung Reisender in Bahnhöfen, auf Autobahnraststätten gewährleistet. 1924 erweitert die privatisierte Reichsbahngesellschaft ihre Liegenschaften um das Eckgebäude der ehemaligen Gold- und Silbermanufaktur und die schon in der Kaiserzeit einbezogenen Häuser in der Voßstraße.

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11. August 1919

Weimarer Verfassung

Die Verfassungsfeier in Berlin am 11. August 1923.
Die Verfassungsfeier in Berlin am 11. August 1923. Die Regierungstruppen ziehen mit klingendem Spiel durch das Brandenburger Tor.
Bundesarchiv, Bild 102-00136 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Volkssouveränität, Gewaltenteilung und Grundrechte: In der Weimarer Verfassung werden erstmals demokratische Elemente für Deutschland festgeschrieben. Die junge Republik trägt die Merkmale einer repräsentativen Demokratie, ist plebiszitär und hat ein Präsidialsystem, das dem Reichspräsident ein starkes Gegengewicht zum Reichstag gibt.

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1924

Palais Mosse

Mosse-Palais – eine feine Berliner Adresse am Leipziger Platz
Das Mosse-Palais – eine feine Berliner Adresse am Leipziger Platz
© Christoph Neubauer

Der Verleger Rudolf Mosse gilt um 1900 neben Ullstein und Schärl als einer der drei großen Berliner Verleger. 1881 bis 1885 lässt er am östlichen Ende des Leipziger Platzes seine Stadtresidenz bauen.

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1928–1930

Erweiterung der Reichskanzlei

Der Erweiterungsbau der Alten Reichskanzlei
Blick vom Wilhelmplatz auf den Erweiterungsbau der Alten Reichskanzlei, rechts: das Denkmal des preußischen Feldmarschalls Jakob Keith
Bundesarchiv, Bild 146-2006-0097 / Fotograf: Kurt Breuer; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Während der Weimarer Republik wird nur ein einziges Regierungsgebäude neu gebaut: Der Erweiterungsbau der Reichskanzlei des Architekten Eduard Jobst Siedler und seines Mitarbeiter Robert Kisch wird aufgrund seiner modernen Architektur zum umstrittensten Berlins.

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