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Sollen die Plattenbauten an der Wilhelmstraße erhalten bleiben?

Plattenbauten an der Wilhelmstraße, Fassade
Plattenbauten an der Wilhelmstraße, Fassade
© Marlen Wagner

Eine öffentliche Diskussion über Gründe und Hintergründe für die Plattenbau-Erhaltungsverordnung findet in den Hauptstadtmedien kaum statt. Der Teilabriss der Bauwerke hat längst begonnen. Es stellt sich also die Frage: Welche architektonische und städtebauliche „Eigenart“ soll im Regierungsviertel Berlins erhalten bleiben?

Es ist fraglich, ob die heutigen Plattenbauten an der Wilhelmstraße tatsächlich ein Gebäudeensemble bilden. Zeigen genauere Betrachtungen der Entstehungsgeschichte des Bauwerks nicht vielmehr, das lediglich ein Wohnkomplex entstand – und dass auch von diesem fortschreitend nur noch Rudimente übrig sind?

Die Wilhelmstraße war und ist auch Regierungsviertel. Sie war und ist Ort des Gedenkens und der Geschichte wie auch des Handels, der Wirtschaft und des Wandels. Zeigen die Plattenbauten ein städtebauliches Antlitz, das der Bedeutung des Areals Wilhelmstraße entspricht?

Die Politik hat im Nordareal der Wilhelmstraße bereits selbst eine Antwort gegeben. Dort wurde für Abgeordnetenbüros ein Plattenbau-Erscheinungsbild nicht als angemessen betrachtet. Für über 41 Millionen Euro wurde aus „der Platte“ in der Wilhelmstraße 65 ein zeitgemäßes transparentes Abgeordnetenhaus.

Spiegelt sich darin auch eine Zukunftsperspektive für die Plattenbauten an der Wilhelmstraße in deren Westareal? Oder sollen diese als Zeugnisse der DDR-Städtebaupolitik erhalten bleiben?

Die Redaktion lädt zur Diskussion über die Erhaltungsverordnung und die dazu vom Bezirksamt Mitte von Berlin, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung beauftragte Expertise, ihre politischen Hintergründe und ihre Auswirkungen auf Architektur und Stadtentwicklung im Areal der Wilhelmstraße und des Regierungsviertels ein. Willkommen sind Beiträge aus städtebaulichen, architektonischen, historischen und politischen Blickwinkeln.