Akademie der Künste

Akademiegründung 1696 durch Kurfürst Friedrich III.

Als dritte Künstler-Akademie überhaupt wird die Berliner Akademie der Künste 1696 von Kurfürst Friedrich III. (ab 1701 preußischen König Friedrich I) gegründet. Ihre Mitglieder stehen außerhalb der damals verbindlichen Zunftvorschriften, müssen jedoch eine Ausbildung zum Künstler absolvieren. Ihre direkte Nachbarschaft zur vier Jahre später gegründeten Akademie der Wissenschaften in den Räumen des Obergeschosses des Marstalls Unter den Linden zeugt von der damals herrschenden Vorstellung, Kunst sei wie die Naturwissenschaften erlernbar. Erster Präsident wird 1875 der Architekt Friedrich Hitzig.

Daniel Chodowiecki, Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften, beschreibt 1783 die Aufgabe der neuen Akademie folgendermaßen:

„Academie ist ein Wort, das eine Versammlung von Künstlern bedeutet, die an einem ihnen angewiesenen Ort zu gewissen Zeiten zusammen kommen, um sich miteinander über ihre Kunst freundschaftlich zu besprechen, sich ihre Versuche, Einsichten und Erfahrungen mitteilen, und einer von dem andern zu lernen, sich mit einander der Vollkommenheit zu nähern suchen.“*

Die Akademie im permanenten Wandel

Die Akademie unterliegt einem permanenten Wandel, sowohl was ihre fachliche, strukturelle als auch inhaltliche Ausrichtung betrifft. Die 1799 gegründete Bauakademie löst sich als erste von der Akademie, der Bau des Neuen Museums verlagert die bisher in ihr gezeigte Kunstsammlung in das neue Gebäude. Mit der Gründung der Sektion Musik kam 1833 wird die Akademie wieder größer. Ausgelagert werden die Sektionen Musik (1869) und Bildende Kunst (1875) auf Grund einer Restrukturierung der Ausbildung. Beide Sektionen erhalten eigene Hochschulen, bleiben jedoch bis 1933 rechtlich Teil der Akademie. 1907 zieht die Akademie in das umgebaute Palais Arnim am Pariser Platz und gestaltet in der Weimarer Republik die aktuelle Diskussion um Tradition und Moderne aktiv mit. 1926 wird die Sektion Dichtkunst in die Akademie aufgenommen und bestärkt ihre fortwährende kritische Diskussion der verschiedenen Richtungen innerhalb der Kunst.

Stillstellung während des NS

Während der Zeit des Nationalsozialismus existiert die Akademie nur noch dem Namen nach. Viele ihrer Mitglieder werden auf Grund ihrer politischen Überzeugung ausgeschlossen, viele aus rassistischen Gründen in die Emigration gezwungen. Albert Speer beansprucht das Haus am Pariser Platz für seine Bauinspektion und siedelt die Akademie ins Kronprinzenpalais um.

Spaltung in Ost und West

Nach dem Zweiten Weltkrieg spaltet sich die Akademie zwangsläufig in einen östlichen und einen westlichen Teil.

AdK in Ostberlin

Die zentrale Kunstakademie der DDR existiert von 1950 bis 1993 unter verschiedenen Namen: Die Deutsche Akademie der Künste wird am 24. März 1950 gegründet und findet ihren Standort im Haus für ärztliche Fortbildung am Robert-Koch-Platz 7. 1974 umbenannt in Akademie der Künste der Deutschen demokratischen Republik, zieht sie 1976 in das Langenbeck-Virchow-Haus in der Luisenstraße 58/59 um. Ihre Statuten von 1978 umreißen ihre Aufgabe klar:

Die AdK „hilft mit der Entwicklung und Verbreitung einer parteilichen und volksverbundenen Kunst des sozialistischen Realismus, die zur Bildung sozialistischer Persönlichkeiten beiträgt, einer Kunst, die das geistige Leben des Volkes bereichert und als Bestandteil der kulturvollen Lebensweise im Sozialismus wirkt. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung, Pflege, Erschließung und Verbreitung des kulturellen und künstlerischen Erbes.“**

Noch unmittelbar vor der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wechselt sie erneut ihren Namen in Akademie der Künste zu Berlin.

AdK in Westberlin

Die Akademie der Künste im Westen der Stadt wird 1954 gegründet und residiert vorerst in einer Villa in Dahlem – für einen Neubau fehlt das Geld. Dies ändert sich, als der Kunstharz-Fabrikant Henry H. Reichhold aus Detroit, ein geborener Berliner, die Summe von einer Million Dollar zur Verfügung stellt. Auf dem von der Stadt Berlin kostenlos zur Verfügung gestellten Baugrund entsteht nach Plänen des junge Berliner Architekt Werner Düttmann unter Mitwirkung von Hans Scharoun die Akademie der Künste am Hanseatenweg. Doch das neue Haus ist ohne weitere Finanzierung nur eine leere Hülle. Reichhold springt erneut ein und sichert den Betrieb für die nächsten Jahre. 1960 kann der neue Gebäudekomplex bezogen werden. Scharoun, seit 1955 Mitglied der Akademie, wird von 1956–1968 ihr erster Präsident nach dem Krieg (1968–1972 Ehrenpräsident).

Das Haus am Hanseatenweg geht neue Wege, öffnet Veranstaltungs- und Atelierräume internationalen Künstler und überrascht das Publikum mit seinem frischen modernen Programm.

Wiedervereinigung beider Akademien

1993 werden die beiden Akademien der Künste wieder vereint. Die Präsidenten Heiner Müller (Ost) und Walter Jens (West) stehen für ein gleichberechtigtes Zusammengehen beider Akademien.

2005 geht die AdK in die Trägerschaft des Bundes über. Der Standort am Hanseatenweg bleibt bestehen, zusätzlich wird ein neues Gebäude am angestammten Ort nach Plänen des Architekten Günter Behnisch am Pariser Platz gebaut.

Aus der Satzung der AdK***

„2 (1) Die Akademie der Künste dient der Förderung der Künste. Sie vertritt in Staat und Gesellschaft Freiheit und Anspruch der Kunst. Sie macht die Öffentlichkeit durch Ausstellungen, Diskussionen, Film-, Theater- und Tanzveranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Preisverleihungen, Publikationen, Seminare, Stipendien, Tagungen, Vorträge und Werkstätten mit künstlerischen Positionen der Gegenwart bekannt. Sie trägt, insbesondere durch die Pflege, Erweiterung und Erschließung ihrer Archivbestände, zur Bewahrung des kulturellen Erbes bei.“

Folgende sechs Sektionen bilden die internationale Gemeinschaft von maximal 500 Künstlern der AdK: Bildende Kunst, Baukunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst, Film- und Medienkunst. Kunstprojekte, Ausstellungen und Veranstaltungen werden hier geplant und durchgeführt.

Die Akademie vergibt Preise und Stipendien zur Förderung junger Künstler, Arbeits- und Aufenthaltsstipendien in Berlin und in der Villa Serpentara in Olevano Romano/Italien. Die Preise werden sowohl sektionsübergreifend als auch sektionszugeordnet vergeben.

Das umfangreiche Archiv der Akademie geht bis auf ihre Anfänge im 17. Jahrhundert zurück. Die Kunst- und Literaturarchive umfassen Nachlässe vieler Schriftsteller*innen, Künstler*innen und Gelehrten, Fachliteratur. und die Kunstsammlung der AdK. Seit 2015 gibt es eine öffentlich zugängliche Archivdatenbank, bestellt werden können Archivmaterialien nur vor Ort in den AdK-Lesesälen.

In Berlin gehören zwei Gedenkstätten der AdK: die Brecht-Weigel-Gedenkstätte in Berlin-Mitte, Chausseestraße 125, und die Anna-Seghers-Gedenkstätt in der Anna-Seghers-Str. 81, Berlin-Adlershof.

* zitiert nach Akademie der Künste

** zitiert nach Kuppe, Ludz Peter Christian Johannes: DDR Handbuch. Hrsg.: Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen. DNB

*** Satzung der Akademie der Künste

NAME
Akademie der Künste

ANSCHRIFT
Pariser Platz 4, 10502 Berlin

Tel.:
Pariser Platz: 030 200 57-1000
Hanseatenweg: 030 200 57-2000

E-Mail: info@adk.de