Palais Geuben / Palais Rohdich

Stadtplan von Berlin (Ausschnitt) ca. 1750
Stadtplan von Berlin (Ausschnitt) ca. 1750
Friedrich August Hildner (Vermessungsingenieur), Georg Friedrich Schmidt (Titelverzierung), Samuel Graf von Schmettau (Produktionsleiter) Lizenz: Public domain]

König Friedrich Wilhelm I. startet in den 1730er Jahren ein Förderprogramm zur Bebauung seiner Residenzstadt, in das auch das Gebiet des späteren Pariser Platzes Aufnahme findet. Jedem Bauherren soll ein Grundstück, Materialien sowie Geld zugewiesen werden.

Palais Geuben

1735 wird dem Geheimen Rath und Hofmarschall Georg von Geuben, genannt Rabenstein das Grundstück am Quarre Nr. 3 zugewiesen, Ende des Jahres steht der Rohbau. Zwei Jahre später ist das Palais fertiggestellt und Grundstück sowie Palais fallen durch Erbverschreibung an den Bauherren. Von Geuben wohnt mit seiner Familie nur wenige Jahre dort und stirbt zehn Jahre nach Fertigstellung seiner Berliner Palais als Minister und Gesandter am Württembergischen Hof.

Das Palais Geuben ist ein zweigeschossiges, elfachsiges Gebäude, das mit der Breite seines Vorderhauses direkt an die Straßenfront grenzt. Eine imposante Freitreppe führt zum Palais. Unter dem Satteldach findet sich ein Mansardendach mit drei Fenstergauben. Der charakteristische Sichtgiebel ist mit drei Figuren geschmückt, die auf einer Lithographie von Ferdinand von Laer zu erkennen sind.

Pferdeställe und Wagenremisen schließen nach hinten an, zwei kleinere Zweckbauten ergänzen das Gebäude. An der Südseite des Grundstücks grenzt eine Mauer den Garten mit Beeten, Spalieren und einem kleinen Lusthäuschen von den Nachbargrundstücken ab. . Zwischen diesem und dem Nachbarpalais zur rechten befindet sich ein großes Tor. 1747/48 wird das Palais auf dem Stadtplan von Samuel Graf Schmettau als „Gender Haus“ eingetragen.

Haus und Grundstück fallen nach dem Tod von Geubens an dessen Erben. Nach dem Tod der Mutter verkaufen die Kinder das Palais, das später mehrfach den Besitzer wechselt.

Grabstätte von Rohdich, Invalidenfriedhof, Berlin
Grabstätte von Rohdich, Invalidenfriedhof, Berlin
Fotograf: Jörg Zägel; Lizenz CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

Rohdich’sches Palais

1792 erwirbt der General der Infanterie und Geheime Staats- und Kriegsminister Friedrich Wilhelm von Rohdich Grundstück, Haus und sämtliche sich darin befindenden Möbel. Das Tor wird 1842 überbaut, um mehr Wohnraum zu gewinnen, die Freitreppe 1864 zu einer ummauerten Veranda umgebaut. Rechts und links des nun überbauten Tores stehen Schilderhäuschen, ein hoher Fahnenmast auf dem Dach platziert. Auf einer Radierung von Friedrich August Calau ist noch das überbaute Tor 1820 zwischen dem Haus Nummer 3 und dem der Nummer 2 zu erkennen.

Er wohnt dort mit seiner Frau, der Geheimrätin Friedericke von Oesfeld, bis zu seinem Tod nur vier Jahre später. Testamentarisch vermacht er die Rendite aus künftigen Vermietungen der Hauses künftig den Kindern seines Grenadiergarde-Bataillons. In die „Neue Anschaulichen Tabellen von der gesammten Residenzstadt Berlin oder Nachweis aller Eigentümer“ von Karl Neander von Petersheiden findet sich 1802 als Eigentümerin die Witwe des Generals Rohdich („Rohdig“).

Die Geheimrätin Friedericke von Oesfeld bewohnt nach dem Tod ihres Mannes einige Räume des Hauses bis zu ihrem Tod 1806. Um Haus und Grundstück beginnt ein auf Grund der testamentarischen Verfügung ein Rechtsstreit, den die Rohdich’schen Erben jedoch verlieren. Das Testament behält seine Gültigkeit.

Von 1849–77 wird das ehemalige Palais Rodrich zum Wohnhaus des Generals Wrangel. Nach dem Tod des Generals lässt der Eigentümer, von Rohdich’scher Legatenfonds, das Palais abreißen und einen Neubau, den Stiftungssitz des von Rohdich’scher Legatenfonds errichten.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Demps, Laurenz (1995): Der Pariser Platz, Berlin DNB
  • Pröve, Ralf (2002): Pariser Platz 3. Die Geschichte einer Adresse in Deutschland, DNB
  • von Rohdich’scher Legatenfonds, Stiftung des öffentlichen Rechts: Friedrich Wilhelm von Rohdich Website
  • von Rohdich’scher Legatenfonds, Stiftung des öffentlichen Rechts: Stiftungssitz Website

StandortPariser Platz 3
Architekt(en)
  • Maurerbetrieb Johann Georg Zachmann
  • Zimmereibetrieb Johann Adam Büring
Erbaut1735–1737
ZustandNeubau
Nutzer
  • Georg von Geuben
  • Geheimer Staats- und Kriegsminister Friedrich Wilhelm von Rohdich
  • Stiftungssitz des von Rohdich’scher Legatenfonds
  • diverse Mieter
Ensemble
Nachfolger
AuftraggeberGeheimer Rath und Hofmarschall Georg von Geuben