Palais Blücher

Palais Blücher, 1931/1936
© Bildarchiv Foto Marburg

Friedrich Wilhelm II. überlässt das Stadtpalais um 1815 dem Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher als Belohnung für dessen Verdienste  besonders für jene in der letzten Schlacht gegen Napoleon 1815 bei Waterloo.

1869–1870 wird das Palais von dem Baumeister Karl Richter und dem Stuckateurmeister H. Beyerhaus zu einem spätklassizistischen Palais umgebaut, seine Fassade in der neu aufgekommenen „Zementgusstechnik“ als Kunststeinfassade aus Romanzementmörtel (ein hydraulisches im Wasser härtendes Bindemittel mit sehr kurzer Abbindezeit – echter Zement wird durch Isaac Charles Johnson um 1850 bekannt, aber nicht immer verwendet) ausgeführt wird.

Am 17. Januar 1922 meldet die New York Times „The historic Blücher-Palace adjoining the Brandenburger Tor, one oft he finest properties in Berlin, has been bought with dollars by a Lettih-American named Zimding from Blücher’s 80-year-old grandson, the present Prince Blücher, whom the reactionaries vilify for selling out to dollars. The Lokal-Anzeiger laments: ‚Marshal Vorwärts will turn over in his grave.'“

Die USA erwerben das Palais als Botschaftsgebäude

Palais Blücher Fassade
Palais Blücher, Fassade an der Friedrich-Ebert-Straße von Nordwesten, 1931/1936
© Bildarchiv Foto Marburg

1930 kaufen die USA das Palais Blücher von dem Bankier Zimding und wollen am Pariser Platz ihre neue Botschaft einrichten. Die New York Times schreibt, sie würde „zweifelsohne das eindrucksvollste und schönste Quartier eines Botschafters in der deutschen Hauptstadt“ werden. Diese geplante Pracht währt nicht lange: Noch vor dem tatsächlichen Ankauf brennt das Gebäude am 15. April 1931 vollständig aus.

Neue Adresse: Hermann-Göring-Straße 21

Erst am 1. April 1939 kann die amerikanische Botschaft – nach Jahren des Wiederaufbaus – dort einziehen, jedoch ohne offiziellen Botschafter: Nach dem Pogrom vom 9. November 1938 hat Präsident Roosevelt seinen Botschafter aus Berlin zurückbeordert. Zudem lautet lautet die Adresse nun „Hermann-Göring-Straße 21“. Am 11. Dezember 1941 schließen die USA ihre Botschaft in Berlin: Das Deutsche Reich hat den Vereinigten Staaten den Krieg erklärt.

Ruine der ehemaligen Botschaft der USA
Ehemalige Botschaft der USA, Berlin. Blick auf die Ruine der ehemaligen Botschaft der USA in Berlin, Pariser Platz 2/Ecke Friedrich-Ebert-Straße 21, März 1957
Bundesarchiv, Bild 183-45400-0005 / Fotograf: Peter Heinz Junge; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Im Krieg wird das Palais stark beschädigt. Nach 1945 liegt es zuerst im Sowjetischen Sektor von Berlin, dann, ab 1949, in der Sperrzone an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Im April 1957 lässt die Regierung der DDR die Ruine abreißen.

Literatur und Quellen

  • Demps, Laurenz (1995): Der Pariser Platz, Berlin DNB etc.
  • Bluecher Palace sold. Marshal Will Turn in His Grave, Berlin Paper Laments. In: New York Times vom 18. Januar 1922, NYTimes

StandortPariser Platz 2
Architekt(en)
  • unbekannt
  • umgebaut 1869/70 Karl Richter (Baumeister)/ H. Beyerhaus (Stuckateurmeister)
Erbautunbekannt
Zustandabgerissen 1957
Nutzer
  • Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher
  • Nachfahren Blüchers
  • Amerikanische Botschaft
Ensemble
Vorgängerunbekannt
NachfolgerBotschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
Auftraggeber
  • unbekannt