Ottobock Science Center Berlin

Ottobock Science Center Berlin, Ebertstraße 15a
© Marlen Wagner

Auf historischem Gelände

An der heutigen Ebertstraße (1933–1947 Hermann-Göring-Straße, 1925–1933 Friedrich-Ebert-Staße; 1915–1925 Budapester Straße, 1867–1915 Königgrätzer Straße) stehen auf historischem Gelände zwei moderne Gebäude Seite an Seite. Das weiße Ottobock Science Center Berlin mit der Hausnummer 15a neben dem schwarzen Kanzleibau Taylor Wessing Berlin mit der Hausnummer 15.

Auf dem Gelände der ehemaligen Ministergärten verlaufen hier bis zur Wiedervereinigung 1990 Mauer und Todesstreifen der Grenze zu Ostberlin.

„form is function“

Das vom Berliner Büro Gnädinger Architekten entworfene Ottobock Science Center Berlin wird 2009 fertiggestellt und entfacht sofort eine lebhafte Diskussion über Architektur und Stil.
Die Architekten halten sich an die Vorgaben hinsichtlich Traufhöhe und Straßenflucht, doch in der Formensprache des Gebäudes setzten sie Neues um. „Form is function“: Diese Formel steht sowohl für das Medizintechnikunternehmen Ottobock selbst (zum Beispiel mikroprozessorgesteuerte Prothesen und mechatronische Orthesen als Angebote innerhalb eines ganzheitlichen Versorgungskonzepts), als auch für das Gebäude der Berliner Niederlassung.

Ottobock Science Center Berlin
Seitenansicht
© Marlen Wagner

Der aus Stahlbeton gefertigte abgerundete Skelettbau ist umgeben von einer weißen hochglänzenden Aluminiumfassade, die sich in Form von Bändern um das gesamte Gebäude schlingt. Die Fassadenbänder sind dem Vorbild menschlicher Muskelfasern nachempfunden und knüpfen genau hier wieder an die Formel „form is function“ an.

Ottobock-Gebäude, Medieninstallation
Medieninstallation aus LED-Lichtpunkten
© Marlen Wagner

Bei zunehmender Dunkelheit präsentiert die Medieninstallation der Berliner Mediendesignern ART+COM die Möglichkeiten, die ein funktionierender Körper bietet: Zwei haushohe virtuelle „Walker“ aus computergesteuerten LED-Lichtpunkten bewegen sich nicht nur über die Wand des Gebäudes, sondern scheinen dieses selbst in Bewegung zu setzen.
Bewegung und Mobilität ist auch das Thema der kinetischen Struktur. Ein riesiges mit interaktiven Bildschirmen versehenes Pendel setzt die Logik des menschlichen Greifens ins Bild.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Art + Com Studios (2009): Science Center Medizintechnik, artcom
  • Art + Com Studios (2010): Greifpendel, artcom
  • Binder, Elisabeth (2009): Kluger Würfel. Otto Bock Science Center eröffnet, in: Der Tagesspiegel, 17.06.2009, Tagesspiegel
  • Gnädinger Architekten: Otto Bock Science Center, Website
  • Ottobock Science Center Berlin, ottobock

StandortEbertstraße 15a
Architekt(en)Gnädinger Architekten
Erbaut2008–2009
ZustandNeubau
NutzerOttobock Science Center Berlin
VorgängerMauer mit Todesstreifen
AuftraggeberOtto Bock HealthCare GmbH