Nationalsozialismus 1933–1945

Die Wilhelmstraße – Geschichte des Berliner Regierungsviertels

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Im angestammten Regierungsviertel will die neue Regierung nicht nur Präsenz in den historischen Bauten zeigen, sondern auch neue, dem Nationalsozialismus angemessene schaffen. Die Aufgabe der Architektur im „Tausendjährigen Reich“ ist es, politische Botschaften zu transportieren: „Worte aus Stein“, wie Hitler seine Bauten selbst nennt, die Jahrtausende überdauern.

30. Januar 1933

Machtübernahme durch Hitler

Machtübernahme Hitlers
30. Januar 1933: Hitler am Fenster der Reichskanzlei in der Wilhelmstrafle in Berlin bei der Entgegennahme der Ovationen der Bevölkerung am Abend des Tages.
Bundesarchiv, Bild 146-1972-026-11 / Fotograf: Robert Sennecke; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Am 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler.

„Es ist so weit. Wir sitzen in der Wilhelmstraße. Hitler ist Reichskanzler. Wie im Märchen. Gestern mittag Kaiserhof: wir warten alle. Endlich kommt er. Ergebnis: Er Reichskanzler. Der Alte [gemeint ist Reichspräsident Hindenburg] hat nachgegeben. Er war zum Schluß ganz gerührt. So ist’s recht. Jetzt müssen wir ihn ganz gewinnen. Uns allen stehen die Tränen in den Augen. Wir drücken Hitler die Hand. Er hat’s verdient. Großer Jubel. Unten randaliert das Volk. Gleich an die Arbeit. Reichstag wird aufgelöst.“ (Joseph Goebbels: Tagebücher, 31. Januar 1933, zitiert nach Ralf Georg Reuth (Hrsg.): Joseph Goebbels Tagebücher, Bd. 2, Piper, München, 2. Auflage 2000 S. 757.)

No Tags
Nationalsozialismus
30.01.1933

Kabinettsbildung

Erstes Kabinett unter Adolf Hitler
Bundesarchiv, Bild 183-H28422 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Erstes Kabinett unter Adolf Hitler.
Von links nach rechts, sitzend: Hermann Göring, Reichskommissar für Luftfahrt und das preußische Innenministerium; Adolf Hitler, Reichskanzler, Franz von Papen, Vizekanzler;
stehend: Franz Seldte, Arbeitsminister; Dr. Dr. Günther Gereke; Lutz Graf Schwerin von Krosigk, Reichsfinanzminister; Wilhelm Frick, Reichsinnenminister; Werner von Blomberg, Reichswehrminister; Alfred Hugenberg, Wirtschafts- und Ernährungsminister.

No Tags
Nationalsozialismus

Nürnberger Gesetze

Am 15. Septembers 1935 nimmt der Reichstag einstimmig die Nürnberger Gesetze (auch „Rassegesetze“ oder „Ariergesetze“ genannt) an. Sie beinhalten das „Blutschutzgesetz“, das „Reichsbürgergesetz“ und das „Reichsflaggengesetz“. Auf der Grundlage dieser Gesetze beginnt die Arisierung jüdischen Eigentums, seine Konfiszierung, die „Entjudung“ ganzer Straßenzüge, die Einschränkung der Rechte jüdischer Bürger – und ihre Deportation und Ermordung in den Konzentrationslagern.
ab 1935

Nürnberger Gesetze

Die Nürnberger Gesetze
Die Nürnberger Gesetze
von German Government („Entwurf Willi Hackenberger“, „Copyright by Reichsauschuss für Volksgesundheitsdienst“, government agency apparently part of the Reichs- und Preußisches Ministerium des Innern) (United States Holocaust Memorial Museum Collection) [Public domain], via Wikimedia Commons, gemeinfrei
 
No Tags
No Categories
ab 1935

„Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“

Nürnberger Gesetze
Quelle: German Government (schule.judentum.de/projekt/blutschutzgesetz.htm) [Public domain], via Wikimedia Commons, gemeinfrei
 
No Tags
No Categories
ab 1935

Arisierung jüdischen Eigentums

Anzeige aus „Der Führer“ (22 September 1938)
Quelle: Newspaper clipping from library microfilm in the public domain, Fotograf: Unbekannt, via Wikimedia Commons, gemeinfrei

No Tags
No Categories
1935

Führerbunker

Aufsicht Führerbunkeranlage
Führerbunker-Aufsicht
Still aus Film „Die Reichskanzlei“
© Christoph Neubauer, Die Bunkeranlagen der Neuen Reichskanzlei

Der Führerbunker, 1936 als Luftschutzkeller unter dem Großen Speisesaal der Alten Reichskanzlei gebaut, wird so errichtet, dass Adolf Hitler den kürzesten Weg zu seinem Eingang hat.

No Tags
Nationalsozialismus
1935

Reichsschatzamt/Reichsfinanzministerium

Reichsfinanzministerium Südseite des Wilhelmplatzes
Reichsfinanzministerium an der Südseite des Wilhelmplatzes, Berlin, Juni 1935
Bundesarchiv, Bild 183-1992-1112-500 / Fotograf: Unbekannt / Lizenz CC-BY-SA 3.0

No Tags
Nationalsozialismus
1936

Wilhelmplatz: Repräsentation der Macht

Anlässlich der Olympische Spiele in Berlin soll der Wilhelmplatz zur perfekten Bühne für die internationale Präsentation des neuen Regimes werden. Die Bäume werden gefällt, um eine freie Sicht auf die Reichskanzlei mit ihrem neuen Führerbalkon zu ermöglichen. Der U-Bahneingang im Jugendstil wird durch einen kleinen, einfacheren ersetzt, die in Bögen um den Wilhelmplatz verlaufenden Straßen begradigt, die Parkanlage durch eine gepflasterte Freifläche ersetzt, die Standbilder der preußischen Generäle nach Osten unter die noch übrig geblieben Baumreihe versetzt. Aus dem Park wird eine Aufmarschfläche.
No Tags
Nationalsozialismus
ab 1936

Wilhelmplatz – Bühne der Macht

1936 finden die Olympische Spiele in Berlin statt – eine perfekte Bühne für die internationale Präsentation des neuen Regimes in Berlin. Der Wilhelmplatz erfährt hier für eine gravierende Umgestaltung: Aus der Parkanlage wird eine gepflasterte Aufmarschfläche, von der Reichskanzlei und den Ministerienaus ungehindert einsehbar.
No Tags
Nationalsozialismus
1938

Neue Reichskanzlei

Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei
Berlin, Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei
Bundesarchiv, Bild 146-1979-105-02 / Fotograf: Heinrich Hoffmann, Lizenz CC-BY-SA 3.0

1938 erhält Albert Speer (1905–1981) nun auch offiziell von Hitler den Auftrag, eine neue Reichskanzlei für Hitler zu bauen. Sie soll den Herrschaftsanspruch des nun nationalsozialistischen Deutschland klar erkenntlich machen. Mit mehr als 400 Metern Länge erstreckt sich der neue Regierungssitz über die gesamte Länge der nördlichen Voßstraße.

No Tags
Nationalsozialismus
31.07.1941

„Endlösung der Judenfrage“

Juli 1941, Brief Görings an Heydrich
Juli 1941, Brief Görings an Heydrich betreffend die „Endlösung der Judenfrage“
Von Göring [Public domain], via Wikimedia Commons
Nachdem am 15.6.1942 die „Nürnberger Gesetze“ auch auf die besetzten Gebiete in Osteuropa ausgedehnt worden sind, wird SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich Ende Juli 1941 beauftragt, die Vernichtung der Juden in West- und Mitteleuropa vorzubereiten.
No Tags
Nationalsozialismus

Eingang zum KZ Buchenwald

Eingangstor zum KZ Buchenwald. Inschrift JEDEM DAS SEINE
Eingangstor zum KZ Buchenwald. Inschrift JEDEM DAS SEINE im Bauhausstil, gestaltet vom Häftling und Bauhausschüler Franz Ehrlich;
1971markus@wikipedia.de, Lizenz [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

No Tags
Nationalsozialismus
1939–1945

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg beginnt mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 und endet mit der Kapitulation Deutschlands am 8./9. Mai 1945. Die Zahl der in diesem zweiten global geführten Krieg Getöteten wird auf 65 Millionen geschätzt, darunter mehr als die Hälfte Zivilisten.
No Tags
Nationalsozialismus
1945

Zerstörung

Am Ende des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) ist das Regierungszentrum in Berlin nahezu zerstört; in der Wilhelmstraße, am Wilhelmplatz und in angrenzenden Straßen stehen nur noch Ruinen, die nach und nach abgetragen oder gesprengt werden. Die Wilhelmstraße liegt ab 1945 im sowjetischen Sektor der Viersektorenstadt Berlin.
No Tags
Nationalsozialismus
1945

Portrait der Zerstörung

Gesprengter Führerbunker in Berlin, Berlin 1947
Der gesprengte sog. „Führerbunker“ im Garten der im II. Weltkrieg zerstörten Reichskanzlei, Berlin 1947
Bundesarchiv, Bild 183-M1204-319 / Fotograf: Otto Donath; Lizenz CC-BY-SA 3.0 © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

No Tags
No Categories
1945

Portrait der Zerstörung

Die zerschossene Quadriga auf dem Brandenburger Tor, 1950
Die zerschossene Quadriga auf dem Brandenburger Tor, 1950
Bundesarchiv, Bild 183-M1015-327 / Fotograf: Donath, Otto; Lizenz CC-BY-SA 3.0 © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

No Tags
No Categories
1945

Portrait der Zerstörung

Blick in die zerstörte Wilhelmstraße, 1946
Blick in die zerstörte Wilhelmstraße (umbenannt in Otto-Grotewohl-Straße), links das Palais Voß, dahinter die Reichskanzlei, 1946
Bundesarchiv, Bild 183-P0627-501 / Fotograf: Peter Cürlis; Lizenz CC-BY-SA 3.0 © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

No Tags
No Categories
1945

Portrait der Zerstörung

Die zerstörte Reichskanzlei
Die im II. Weltkrieg zerstörte Reichskanzlei, rechts ein gesprengter Unterstand für die Wachmannschaft.
Bundesarchiv, Bild 183-M1204-318 / Fotograf: Donath, Otto; Lizenz CC-BY-SA 3.0 © BundesarchivLizenz CC-BY-SA 3.0

No Tags
No Categories
17. Juli bis 2. August 1945

Potsdamer Konferenz

Potsdamer Konferenz, Gruppenbild
Bundesarchiv, Bild 183-R86965 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Auf der Potsdamer Konferenz entscheiden die führenden Staatsmänner der drei alliierten Mächte (UdSSR, Großbritannien und USA) vom 17. Juli bis 2. August 1945 in Schloss Cecilienhof und Babelsberg über das weitere Schicksal Deutschlands. Das Ergebnis dieser Konferenz ist das Potsdamer Abkommen, in dem die völkerrechtlichen Grundfragen für den Aufbau eines friedlichen, demokratischen deutschen Staates sowie die Politik der Siegermächte gegenüber Deutschland festlegt werden.
UBz: v.l.n.r.: sitzend: C.R. Attlee, H.S. Truman, Josef Stalin; stehend: Admiral J.D. Loahy, E. Bevin, J.W.Byrnes, und W.M. Molotow.

No Tags
Nationalsozialismus