Landesvertretungen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Landesvertretungen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
Landesvertretungen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, In den Ministergärten 1–3
© Marlen Wagner

Landesvertretungen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Der Meinhard von Gerkan ausgearbeitete Entwurf wird umgesetzt von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partnern. Das neue Gebäude entsteht „In den Ministergärten 1–3“ zwischen 1999 und 2001.

Zwei Türme

Wie die Länder Niedersachsen und Schleswig-Hohlstein haben sich auch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern entschlossen, ein gemeinsames Gebäude für ihre Landesvertretungen beim Bund zu bauen. Foyer, Garten und Tiefgarage sowie repräsentative Versammlungsräume nutzen beide Länder gemeinsam, ihre jeweiligen Vertretungen residieren in zwei unabhängigen Gebäudewinkeln, die eine, ebenfalls gemeinsam genutzte Halle mit Glasdach klammert.

Strenge mit Akzenten

Der konstruktive Rahmen beider Baukörper besteht aus Stahlbeton. Schwarzer Schiefer in strengem Raster verkleidet die Fassaden, dessen Strenge durch das Akzente setzende Rotbraun der Fenster noch betont wird. Die natürliche Struktur des spaltrauen Schiefers erzeugt eine seidig glänzende Oberfläche, die die Härte des Glases gleichzeitig aufnimmt und konterkariert. Während die Schieferverkleidung durch Material und Struktur auf das Land Brandenburg und seinen brandenburgisch-preußischen Fassadentypus verweisen soll, sollen die eine Ebene zurückversetzten Fenster auf den „nordischen Charakter“ Mecklenburg-Vorpommerns Bezug nehmen. Die rötlichen französischen Fenster mit ihren verschiebbaren Holzpaneelen haben Fensternischen aus Bootsbaupaneelen aus tropischen Laubhölzern („Meranti“), das auch in der zweiten, dahinter liegende Fassade aus Holz verwendet wird.

Landesvertretungen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
Zwei Türme
© Marlen Wagner

Von der gläsernen Halle mit derselben Gebäudehöhe wie die beiden Flügel, führen die Gänge zu den Büros der beiden Baublöcke. Diese J-förmigen Gebäudeteile sind punktgespiegel, jedoch nicht symmetrisch. So ist der linke Winkel um ein Geschoss höher als der rechte.

Wortkunst

In das Obergeschoss des linken Turmes, ausgerichtet zur Straßenseite ist die Installation „Redezeit“ des Schweriner Künstlers Andreas Sachsenmaier eingelassen. Die 5 x 3 Meter große Lichtinstallation gibt 30 in der Politik häufig verwendete Wörter zu sehen, die in unterschiedlichen Kombinationen aufleuchten und so Fragmente immer wiederkehrender politischer Aussagen bilden.

„Redezeit“
Andreas Sachsenmaier, Redezeit, Lichtinstallation aus 30 DMX-gesteuerten Lichtmodulen (Leuchtstoffröhren), 300 x 500 cm, 2003
© Marlen Wagner

Andreas Sachsenmaier "Redezeit"
Andreas Sachsenmaier „Redezeit“
© Andreas Sachsenmaier

mehr zu Andreas Sachsenmaiers „Redezeit“

Außenbereich

Die jeweiligen Veranstaltungsbereiche der beiden Landesvertretungen setzen sich im Außenbereich fort. Die in verschiedene Zonen gegliederte Gartenanlage soll an die charakteristischen Länderspezifika erinnern: „märkische“ Kiefern und ein „eiszeitliches“ Bodenrelief.

StandortIn den Ministergärten 1–3
Architekt(en)von Gerkan, Marg und Partner
Erbaut1999–2001
ZustandNeubau
Nutzer
  • Land Brandenburg
  • Land Mecklenburg-Vorpommern
Ensemble
VorgängerMauer mit Todesstreifen
Auftraggeber
  • Land Brandenburg
  • Land Mecklenburg-Vorpommern
Quellen und weiterführende Literatur

  • Botschaften. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, baunetz
  • Landesvertretung Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Berlin. Kontrastierende Farb- und Texturabfolge, baunetz
  • Petsch, Martin (2001): Die Landesvertretungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Zwei in einem Haus, in: Berliner Zeitung, 20.12.2001, Berliner Zeitung