Landesvertretung des Saarlandes

Landesvertretung des Saarlandes, In den Ministergärten
Die Vertretungen des Saarlandes und Rheinland-Pfalz sowie das gemeinsame Gebäude von Niedersachsen und Schleswig-Holstein
© Marlen Wagner

Die Vertretung des Saarlandes beim Bund

Von Bonn nach Berlin

1999 zieht die Landesvertretung des Saarlandes von Bonn nach Berlin. Anfangs präsentiert sich das Saarland in angemieteten Räumen in der Friedrichstraße. Nach Beendigung der Bauzeit des neuen Gebäudes residiert auch diese Landesvertretung „In den Ministergärten“. Das Gebäude mit der Hausnummer 4 steht auf einem von vier Ländern gemeinsam erworbenen Grundstück: Die Nachbarschaftsgemeinschaft – bestehend aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz sowie Niedersachsen und Schleswig-Holstein – nutzt den Garten sowie Teile der Gebäudetechnik gemeinsam und teilt sich die Tiefgarage. Während sich Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu einem gemeinsamen Gebäude entschließen, bauen das Saarland und Rheinland-Pfalz je eigene. Auch bei diesen Gründungsarbeiten werden Reste der Bunkeranlagen der ehemaligen Neuen Reichskanzlei entdeckt, die nahezu das gesamte Gelände der Ministergärten untertunneln.

Die Idee des Föderalismus

Die Saarbrücker Architekten Alt & Britz haben mit der Umsetzung ihres Entwurfes kein spektakuläres Monument der modernen Baukunst geschaffen – sie folgen vielmehr dem Gedanken, die Idee des Föderalismus architektonisch zum Ausdruck zu bringen: einzelne teilsouveräne Gliedstaaten schließen sich zu einem übergeordneten Ganzen, dem Bund, zusammen. Die Gebäude in der Straße „In den Ministergärten“ verhalten sich ähnlich zueinander.

Landesvertretung des Saarlandes
Fassade zur Straße in den Ministergärten
© Marlen Wagner
Landesvertretung des Saarlandes
Landesvertretung des Saarlandes
© Marlen Wagner

Der ideale Kubus

Der Idee einer idealen Stadtvilla folgend, entwerfen Alt & Britz einen Würfel mit 20 Metern Kantenlänge. Diesen Kubus zerlegen sie und setzen ihn neu zusammen.

Gebäuderückseite der Landesvertretung des Saarlandes
Rückfront von der Hanna-Arendt-Straße aus gesehen
© Marlen Wagner

Das zur Straße hin großzügig angelegte Entree entsteht dadurch, dass hier ein Gebäudeteil quasi „herausgeschnitten“ wird, der sich dann an der Rückseite des Gebäudes in Form einer eher geöffneten Struktur als „Haus im Garten“ wiederfindet. Seinem Innenraum vorgelagert ist ein haushohes Balkengerüst in Art der Wandelgänge einer Pergola.

Die geschlossene Straßenseite des Kubus wird ihrerseits durch eine sechsgeschossige verglaste Halle aufgebrochen.

In Struktur und Farbe ähneln die verwendeten Betonfertigteile der in Sandwichbauweise – Platten aus einer Stahlbetontragschale, einer Wärmedämmung und einer Vorsatzschale aus Beton – hergestellten Fassade Kalksandstein. Raumhohe französische Fenster brechen die glatte Struktur der Fassaden auf.

Literatur und Quellen

  • Botschaften. Saarland, baunetz
  • Vertretung des Saarlandes beim Bund: Portrait des Hauses, Website
  • Vertretung des Saarlandes beim Bund: Das Gebäude der Vertretung, Website
  • Kleiner Nachbar. Grundsteinlegung für die saarländische Landesvertretung in Berlin, baunetz
  • Klar strukturiert. Richtfest für die saarländische Landesvertretung in Berlin, baunetz
  • Föderativ gedacht. Saarländische Landesvertretung in Berlin vor der Eröffnung, baunetz

StandortIn den Ministergärten 4
Architekt(en)Alt und Britz
Erbaut1999–2000
ZustandNeubau
NutzerLand Saarland
Ensemble
VorgängerMauer mit Todesstreifen
AuftraggeberLand Saarland