Kurmärkische Ritterschaftsbank

Ritterschaftsdirektion am Wilhelmplatz, Ausschnitt aus dem Film „Der Wilhelmplatz“
© Christoph Neubauer

Der Sitz der Kur- und Neumärkischen Haupt- und Ritterschaftsdirektion entsteht Ende des 19. Jahrhunderts im Stil eines Florentiner Renaissance-Palastes. Das Gebäude wird 1892 durch den Architekten Hermann Ditmar am Wilhelmplatz 6 errichtet, gegenüber von Berlins damals größtem Hotel „Kaiserhof“. Das Gebäude der Ritterschaftsbank repräsentiert den Architekturgeschmack der Zeit, in der das Gebäude errichtet wurde, d. h. es gliedert sich weder in den Barockstil des Platzes noch in den von Schinkel vorgegebenen Stil ein. Das Kreditinstitut auf Gegenseitigkeit dient bis 1945 zur Kreditierung heruntergewirtschafteter Adelsgüter.

Gästehaus am Thälmannplatz

Gästehaus am Thälmannplatz, Berlin 1951
Gästehaus am Thälmannplatz, Berlin 1951
Bundesarchiv, Bild 183-10722-0007 / Fotograf: Rudolph; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Das Gebäude wird im Zweiten Weltkrieg zu 50 Prozent zerstört und nach dem Krieg in vereinfachter Form wieder aufgebaut. Es ist neben dem Eingangsgebäude des ehemaligen Propagandaministeriums eines von zwei Gebäuden, die von der Vorkriegsbebauung am Wilhelmplatz übriggeblieben sind.

Ministerrat der DDR, Gruppenbild
Ministerrates der DDR, Gruppenbild, 26.6.1981
Bundesarchiv, Bild 183-Z0626-408 / Fotograf: Hubert Link; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Zu DDR-Zeiten wird das Gebäude bis 1990 als Gästehaus des Ministerrates, nun mit der Adresse Mohrenstraße 66, genutzt.

Zwischennutzung

1999 bis 2001 residieren hier das Bundesministerium für Gesundheit und die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, die danach in ihren fertiggestellten Neubau in die Ministergärten zieht.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das als Baudenkmal gelistete Gebäude gehört heute zum Gesamtkomplex des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit der Adresse Wilhelmstraße 49.

Zur wechselhaften Geschichte des Hauses Wilhelmstraße 49 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine interessante Broschüre herausgegeben und als PDF bereitgestellt.

StandortMohrenstraße 66
Architekt(en)Hermann Ditmar
Erbaut1892
Nutzer
  • Kur- und Neumärkische Haupt- und Ritterschaftsdirektion (1892–1945)
  • Gästehaus des Ministerrates (1957–1989)
  • Bundesministerium für Gesundheit (1999–2001)
  • Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern (1999–2001)
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Ensemble
Vorgängerunbekannt
Quellen und weiterführende Literatur

  • Neubauer, Christoph (2010): Stadtführer durch Hitlers Berlin. Gestern & Heute. Frankfurt (Oder), Atelier Neubauer