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Mittwoch, 22. November 2017
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Gebäudeensembles

Die Bauwerkgruppen des Areals rund um die Wilhelmstraße sind teils historisch gewachsen und teils bewusst geplant. Sie bezeugen die architektonischen Widersprüche im Berliner Regierungsviertel.
Bauwerke bilden mit den sie umgebenden Freiflächen, Straßen und Plätzen architektonische, manchmal auch eine städtebauliche Einheit. So entstehen Bauwerk- oder Gebäudeensembles.
Ein Ensemble ist also mehr als ein Gebäudekomplex. Eine besondere städtebauliche, kulturelle, gesellschaftliche oder ästhetische Qualität erst macht eine Ansammlung von Gebäuden und ihrer Umräume zu einem Ensemble.

Die historischen Bauwerkgruppen werden ursprünglich nach städtebaulichen Bebauungsplänen und nach einheitlichen architektonischen Gesichtspunkten errichtet. Eine Auflösung oder Umgestaltung ihrer architektonischen Einheitlichkeit erfolgt im Laufe der Zeit.
In den Arealen der Wilhelmstraße in Berlin Mitte ist der Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor ein Beispiel für ein gewachsenes und geplantes Ensemble von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Der Wilhelm-/Zietenplatz hingegen, eines der historisch bedeutendsten Platzensembles, ist verschwunden.
In der Zeit des NS zeigt das Ensemble der Reichskanzleien mit der Verwirklichung der Pläne des Generalbauinspektors Albert Speer, wie politische Interessen und der „Wille zur Macht“ zu radikalen Veränderungen im Stadtbild führen.
Das für Privilegierte und Verdiente der DDR geplante Plattenbauten-Ensemble wurde nie vollständig realisiert. Heute besteht davon nur noch der Torso eines Gebäudekomplexes.
Die heutigen Landesvertretungen in den Ministergärten bilden ein Beispiel für ein auf dem Reißbrett entstandenes Ensemble. Ob kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten es auch tatsächlich dazu machen können hängt auch davon ab, wie sich das gesamte Westareal der Wilhelmstraße in Zukunft entwickeln wird.

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