„Galileo“ – Mark di Suvero

Mark di Suvero "Galileo"
Mark di Suvero „Galileo“
Foto: Arum Bang, © puretext

Vom Verstreichen der Zeit

Die Stahlskulptur „Galileo“ mit den Maßen 14 x 12 x 13,2 Meter entsteht 1996. Sie besteht aus Stahlträgern: Geradlinige Streben und kreisförmige Elemente treffen in ihrem Zentrum aufeinander und durchdringen sich. Platziert ist die Skulptur auf vier unregelmäßig im Wasserbecken angeordneten Granitsockeln, die ca. 30 cm aus dem Piano-See herausragen. Di Suvero verwendet patinierten Stahl und thematisiert damit auch das Verstreichen der Zeit: Der künstliche Alterungsprozess, dem die Skulptur ausgesetzt ist, situiert ihren Namensgeber zugleich in Gegenwart und Vergangenheit. Der zentrale Knoten weckt Assoziationen an Planetenmodelle.

Mark di Suvero "Galileo", Detail
Mark di Suvero „Galileo“, Detail
Foto: Arum Bang, © puretext

Ob nun als „abstraktes Denkmal für den italienischen Mathematiker“ oder „als eine ideelle Darstellung der Forschungen Galileis zur Schwerkraft und zur Bewegung von Himmelskörpern“* interpretiert – die Skulptur lädt ein, sie zu umrunden.

Mark di Suvero "Galileo"
Mark di Suvero „Galileo“
Fotograf: OFTFW, Lizenz CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

Sichtachse

Aus jedem Blickwinkel präsentiert sie sich neu. Rostrot hebt sie sich gegen den hellgelben Atrium Tower Renzo Pianos ab, gegen das IMAX Theatre, das Musical-Gebäude, spiegelt sich in der stillen Wasseroberfläche, kontrastiert das Blau oder Grau des Berliner Himmels. Die Stahlträger rahmen den Durchblick und die Blickachsevom Marlene-Dietrich-Platz zum Reichspietschufer am Landwehrkanal.

Mark di Suvero "Galileo"
Mark di Suvero „Galileo“
Foto: Arum Bang, © puretext

Mark di Suvero

Mark di Suvero lebt und arbeitet als Bildhauer in Petaluma (Kalifornien), New York und Chalon-sur-Saône (Frankreich). Obwohl er keine klassische Ausbildung als Schmied oder Ingenieur hat, delegiert er die Ausführung seiner Entwürfe nicht. Experimentell und intuitiv erkundet er das Material zusammen mit seinen drei Assistenten Lowell McKegney, Enrico und Matteo Martignoni.

1973 erhält er eine Professur an der internationalen Universität für Kunst in Venedig. Er ist Mitglied der National Academy of Design und wird 2005 mit dem Heinz Award ausgezeichnet. Er nimmt Teil an der 4. Documenta in Kassel und repräsentiert 1995 die USA auf der Biennale in Venedig.

* Grötschel, Iris (2017): Skulptur Galileo in Berlin-Tiergarten, in: Berliner Mathematische Gesellschaft e.V., Mathematischer Ort des Monats August 2017

TITEL
„Galileo“

KÜNSTLER
Mark di Suvero

ANSCHRIFT
Marlene-Dietrich-Platz, Piano-See

EIGENTÜMER
Daimler Art Collection