Deutschland nach der Wiedervereinigung

Die Wilhelmstraße – Geschichte des Berliner Regierungsviertels

„Montagsdemonstrationen“, Massenflucht nach Ungarn: Die DDR war 1989 am Ende. Ein grandioses Missverständnis öffnet am 9. November die innerdeutsche Grenze. Der Rest ist Geschichte. Nach Jahrzehnten der Trennung werden die beiden deutschen Staaten wieder vereint. Das heutige Regierungsviertel Berlins ist im Areal Wilhelmstraße von den Wohn-Visionen der DDR-Zeit geprägt: Plattenbauten regieren das Stadtbild.

22.12.1989

Das Brandenburger Tor ist wieder offen

Grenzöffnung: Kanzler Helmut Kohl am Brandenburger Tor, Berlin 1989
Grenzöffnung: Kanzler Helmut Kohl am Brandenburger Tor, Berlin 1989
Bundesarchiv Bild_183-1989-1222-034 / Fotograf: Unbekannt; Lizenz CC-BY-SA 3.0

Tausende auf beiden Seiten des Brandenburger Tores feiern die Öffnung des neuen Grenzübergangs am zweihundertjährigen Berliner Wahrzeichen. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl (M), der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Walter Momper (3.v.r.), Außemminister Hans-Dietrich Genscher (2.v.r.) und Ministerpräsident Dr. Hans Kodrow (r) beim Eröffnungsgang.

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Hauptstadt
1990

Berlin – Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands

Beide deutschen Staaten verständigen sich im Einigungsvertrag von 1990 auf Berlin als deutsche Hauptstadt. Am 20. Juni 1991 beschließt der Deutsche Bundestag die Verlegung von Parlaments- und Regierungssitz nach Berlin.
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Hauptstadt
3. Oktober 1990

Wiedervereinung Deutschlands

In der Nacht vom 22. auf den 23. August 1990 beschließt die Volkskammer in einer Sondersitzung den Beitritt der DDR auf Grundlage des Artikels 23 des Grundgesetzes mit 294 zu 400 Stimmen. Nach 40 Jahren Teilung wird diese Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober vollzogen.
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Hauptstadt
1990

Um- und Neubau im Regierungsviertel

In den 1990er Jahren ist die alte und neue Mitte Berlins eine einzige Baustelle.
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Hauptstadt
1990

Der Gesamtplan für das Plattenbau-Ensemble wird aufgegeben

DDR-Plattenbauten Luftansicht
DDR-Plattenbauten Wilhelmstraße
© Industrie-Luftbild

Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands ändert sich die Lage des Areals Wilhelmstraße erneut entscheidend: Es findet es sich erneut in der Mitte Berlins wieder. Der Gesamtplan für das Plattenbau-Ensemble wird aufgegeben. Was bleibt, sind die bis dahin entstandenen Plattenbauten.

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1993

Wieder „Wilhelmstraße“

1993 wird die Otto-Grotewohl-Straße in „Wilhelmstraße“ zurückbenannt.

Das Berliner Verwaltungsgericht weist die Klage eines Anwohners gegen die Straßenumbenennung zurück. Die Entscheidung gegen Grotewohl sei rechtens gewesen, da jener zu den Personen gehörte, die sich „als aktive Gegner der Demokratie und geistig-politische Wegbereiter und Verfechter des DDR-Regimes erwiesen haben.“ (Zitiert nach: taz, 14.10.1993)

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1994– 2004

Umzug von Bonn nach Berlin

Im Bonn-Berlin-Gesetz von 1994 wird die Verlegung des Parlaments- und Regierungssitz nach Berlin geregelt. Er erfolgt schrittweise. 1999 wechselt der Bundestag von Bonn nach Berlin, ins alte Reichstagsgebäude. Der Umzug von Bonn nach Berlin dauert Jahre. Als letzte zieht die Bundestagsbibliothek samt Archiv, Bibliothek und Pressdokumentation von März bis Mai 2004 um. Am zehnten Mai 2004 findet der große Umzug seinen Abschluss mit der Öffnung der Bibliotheksrotunde im Marie- Elisabeth-Lüders-Haus.
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1998

Britische Botschaft

Britische Botschaft Berlin von Michael Wilford
Die Britische Botschaft an der Wilhelmstraße
© Marlen Wagner

„Germany outside, Britain inside“ – 1989, nach dem Fall der Mauer, knüpft Großbritannien an seine Berliner Präsenz an und beschließt, an historischer Stelle erneut seine Botschaft zu errichten.

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ab 1998

Botschaften der Ländervertretungen

Landesvertretung des Saarlandes, In den Ministergärten
„In den Ministergärten“
© Marlen Wagner

Auf dem ehemaligen Gelände der Ministergärten im Westareal der heutigen Wilhelmstraße vertreten heute die Niederlassungen von Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen ihres Landes.

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2005

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Stelenfeld des Denkmals für die Ermordeten Juden Europas vor Fassaden der DDR-Plattenbauten
Stelenfeld des Denkmals für die Ermordeten Juden Europas vor Fassaden der DDR-Plattenbauten
© Marlen Wagner

Das 2005 eröffnete Denkmal von Peter Eisenmann ist lange vor seiner Fertigstellung ein Politikum und nach seiner Eröffnung bis heute umstritten. Die häufigste Überlegung lautet: Braucht Berlin, braucht Deutschland noch ein Denkmal, und falls ja: Wäre ein konkreterer Entwurf nicht ansprechender?

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2006

Pavillons am Mahnmal

Pavillons am Mahnmal
Pavillons vis-à-vis dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas
© Marlen Wagner

Im Juni 2006 wird an der Cora-Berliner-Straße zwischen Behren- und Hannah-Arendt-Straße, vis-à-vis dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas, und zwischen Hannah-Arendt-Straße und An der Kolonnade eine zweigeschossige Ladenzeile mit Geschäften, Cafés und Restaurants eröffnet. Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises und Initiatorin des Holocaust-Mahnmals begrüßt den Bau der temporären Pavillons.

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2008

Abriss des Palasts der Republik

Abriss des Palasts der Republik
Blick vom Berliner Fernsehturm auf den im Abriss befindlichen Palast der Republik
Fotograf: Thomas Wolf via Wikimedia Commons; Lizenz CC BY-SA 3.0

1990 wird der Palast der Republik aufgrund der Emission krebserregender Asbestfasern geschlossen. Die Asbesteinbauten werden bis 2003 entfernt, doch der Deutsche Bundestag beschließt, „Erichs Lampenladen“ ganz zu schließen: Von 2006 bis 2008 dauert der Abriss.

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2008

US-Botschaft

Die Botschaft der USA am Pariser Platz, 2017
Die Botschaft der USA am Pariser Platz
© Marlen Wagner

Nach 1989 wird das Grundstück am Pariser Platz an die USA zurückgegeben. Moore Ruble Yudell mit Gruen Associates bauen das neue Botschaftsgebäude, welches am 4. Juli 2008 eingeweiht wird. Um sowohl den Sicherheitsbedürfnissen der USA als auch den Berliner Interessen nach öffentlichem Zugang zum Platz gerecht zu werden, muss der Entwurf umgearbeitet werden.

gebäude
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2012

Abgeordnetenhaus Wilhelmstraße 65

Abgeordnetenhaus Wilhelmstraße 65
Abgeordnetenhaus Wilhelmstraße 65
© Marlen Wagner

Das 1976 in der Bauweise „SK-Berlin“errichtete standardisierte Bürogebäude in der Otto-Grotewohl-Straße 5, jetzt Wilhelmstraße 65, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Zu DDR-Zeiten Außenstelle des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, wird es seit 2012, nach umfassenden Umbaumaßnahmen, als Abgeordnetenhaus genutzt.

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2016

Geplanter Abriss der Pavillons am Mahnmal

Der Tagesspiegel vom 20.02.2016 meldet den geplanten Abriss der Pavillons am Mahnmal. An dieser Stelle soll ein Wohnhaus entstehen, welches das Adlon nicht überragen soll.
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