Redaktion

Architektur, Städtebau und Gedenkkultur

Stelenfeld des Denkmals für die Ermordeten Juden Europas vor Fassaden der DDR-Plattenbauten
Stelenfeld des Denkmals für die Ermordeten Juden Europas vor DDR-Plattenbauten
© Marlen Wagner

Das Areal der Wilhelmstraße ist ein Ort des Gedenkens und der Suche nach geschichtlichen Spuren und Zeugnissen. Täglich durchqueren Touristenströme das Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas.

Besucherinnen und Besucher halten in unmittelbarer Nähe auch nach dem verschütteten Führerbunker Ausschau und besichtigen dabei einen Parkplatz. Sie mustern fragend und manchmal auch kopfschüttelnd die Plattenbaufassaden.

Sie erinnern sich nach einem Gang durch die Landesvertretungen in den Ministergärten am Zaun der Hessischen Landesvertretung an den Mauerstreifen. Sie fragen auf dem Weg zum Potsdamer Platz nach dem Standort der ehemaligen Neuen Reichskanzlei. Und sie wechseln selbstverständlich zwischen der Mall of Berlin als Ort des Konsums am Leipziger Platz zum Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals als Ort des Gedenkens hin und her.

Botschaft der Republik Singapur, Im Akkord mit Ottobock und Taylor Wessing
Dreiklang aus Ottobock Science Center, Taylor Wessing und der Botschaft Singapurs von der Voßstraße aus gesehen
© Marlen Wagner

Im Dreiklang aus Otto Bock Science Center, Taylor Wessing und der Botschaft der Republik Singapurs finden die Gäste Berlins Beispiele für zeitgenössische Architektur. Und in der Voßstraße bedauern sie, dass der Erweiterungsbau der Deutschen Reichsbahngesellschaft offenbar als einziges Gebäude die Zerstörungen des historischen Westareals der Wilhelmstraße überlebt hat.

Wie kann die wechselvolle deutsche Geschichte sich mit Wohnen und Alltag, Wirtschaft und Politik in der Mitte Berlins verbinden – und kann dem Miteinander von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auch architektonisch und städtebaulich Rechnung getragen werden? Oder bedarf es angesichts der gegenwärtigen baulichen Lage im Berliner Regierungsviertel neuer Formen der „Gedenkkultur“?

Die Redaktion lädt zu einer Diskussion über alte und neue Formen des Umgangs mit Erinnerung und Gedenken im Areal Wilhelmstraße ein.