17.10.2015

Ist DDR-Edelplatte „Hundeknochen“-Architektur?

DDR-Plattenbauten Luftansicht
DDR-Plattenbauten Wilhelmstraße
© Industrie-Luftbild

Die Berliner Zeitung berichtet, dass die auskragenden Blöcke der Plattenbauten an der Wilhelmstraße Baustadtrat Carsten Spallek an Hundeknochen erinnern. Dies zeigt, wie der städtebauliche Zustand des Areal Wilhelmstraße von hoch oben aus der politischen Vogelperspektive betrachtet wird.

Es stellen sich Fragen. Kann dies als eine Begründung für oder gegen den Erhalt der Plattenbauten verstanden werden? Die Gebäude sollen unter besonderen Schutz gestellt werden. Jeder Grund für „Rettung“ der DDR-Bauwerke scheint in der öffentlichen Diskussion inzwischen willkommen. Etwa dass zu DDR-Zeiten Eiskunstläuferin Katarina Witt auch in der Platte wohnte.

Laut Autor des Beitrags der Berliner Zeitung ist geplant, nach Abriss der Plattenbauten in der Wilhelmstraße 56-59 bis Sommer 2018 etwa 165 Wohnungen gehobenen Standards entstehen zu lassen. Die Gestaltung soll laut Berliner Zeitung nach Entwürfen des Architektenbüros Patzschke und Schwebel im Art-déco-Stil erfolgen.

Eine öffentliche Diskussion über architektonische und städtebauliche Lösungen für das Areal der Wilhelmstraße im Regierungsviertel findet nach wie vor nicht statt. So spiegeln Zukunftspläne nach wie vor einmerkwürdiges Bündnis wider. In diesem schreiten architektonische Individuallösungen Seite an Seite mit städtebaulicher Tatenlosigkeit.

Dieser Beitrag steht in Bezug zu
„Bauvorhaben in Berlin-Mitte DDR-Edelplatte an der Wilhelmstraße bleibt", von Martin Klesmann, Berliner Zeitung vom 17.10.2015
Die Kommentare und Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben zeichnen die Verfasser verantwortlich.