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Künstlerportrait
Coreorgrafia del tango argentino ist eher der Performance vergleichbar, als der Choreographie, wie sie in Europa als vorgefertigte Inszenierung mit der Festlegung von Abläufen und Schrittfolgen für den Paartanz bekannt ist. Die coreografie del tango argentino ist lediglich das System der wichtigsten Bewegungsprinzipien; sie bietet den Tanzenden eine Vielzahl von Variationen an, Schritte, Figuren, Bewegungsabläufe immer wieder neu zu kombinieren - und neu zu entwerfen. Deshalb entsteht Tango während des Tanzens, im Zusammenspiel beider Tänzer - und ist, im Idealfall, nicht wiederholbar. Im Moment des Tanzens erscheint die Bewegung als Ausdruck eines Musikimpulses und als Umsetzung dessen, was die Tänzer wechselseitig voneinander als Impulse wahrnehmen. Nicht der Tanzsaal ist deshalb primärer Raum des Paares, sondern derjenige, der zwischen den Tänzern entsteht; wechselnd zwischen Abstand und Nähe erzeugen sie diesen, ihren, Raum und setzen ihn unter Spannung.
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