Berlin-Wilhelmstrasse.de
20. 2012, 08:37
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Ähnlichkeiten ...
... auf die Spur gesetzt
"Ähnlichkeit" bezeichnet das Verhältnis, in dem Dinge, Sachen, auch Wörtern, Ideen oder Vorstellung zueinander stehen, wenn eine vergleichende Betrachtung gemeinsame Eigenschaften aufgezeigt hat. Die Alltagssprache kennt viele solcher Vergleiche: Etwas ist, sieht aus, schmeckt, riecht wie etwas anderes. Das neue "Ding" wird durch die Entdeckung der Ähnlichkeit mit etwas Bekanntem plötzlich vertraut, verliert seine Fremdheit und kann ohne größere Schwierigkeiten einbezogen werden in die jeweils eigene Welt.

Ähnlichkeiten können ganz bewusst hergestellt werden, zum Beispiel um auf etwas aufmerksam zu machen, um einen intensiven Aufmerksamkeitseffekt zu erzielen. Laura Gliesche setzt auf diese Art, mit Ähnlichkeiten zu spielen, wenn sie Dinge verschiedener Bezugssysteme als Bilder direkt nebeneinander setzt. Dem Blick des Betrachters wird in seinem Schweifen nicht Einhalt geboten, er muss nicht die Lücke zwischen zwei Photos überspringen. Der Blick nimmt beide Bilder als eins wahr, vergewissert sich dann im Vor- und Zurückspringen seiner Irritation, um letztlich mit einem humorvollen Blinzeln diese neue Art des Vexierbildes zu genießen.

Im Bekannten das Neue zu entdecken, den Blickwinkel buchstäblich zu wechseln, ist eine Möglichkeit, die Laura Gliesche dem Betrachter ihrer Photographien bietet: Nicht nur hat der Rock Ähnlichkeit mit einem Kohlkopf, der Kohlkopf hat auch Ähnlichkeit mit dem Rock - und einmal auf die Spur gesetzt, nimmt das Auge vielleicht zum ersten Mal die ästhetischen Strukturen dieses - doch eigentlich banalen? - Gemüses wahr, seine Farbenpracht.

Indem die Photographin sich selbst auf die Spur der Ähnlichkeiten setzt, überhöht sie weder Banalitäten, noch banalisiert sie Herausragendes: Sie schafft für sich und den Betrachter eine neue Sicht. Und dies ist nicht nur für Werbephotographie ein innovativer und kreativer Impuls.



© Laura Gliesche